Ein Wiedersehen im Roten Dreieck

Im Juni 2016 konnte ich zum ersten Mal gemeinsam mit Daria Soboleva die einstige Gummifabrik Krasnyj Treugolnik in Sankt Petersburg besuchen. Damals hatte es wie aus Kannen gegossen, was diesen unwirtlichen Ort noch verlorener erscheinen ließ. Im Mai 2018 gab es ein Wiedersehen bei strahlendem Sonnenschein. Daria hatte ein Treffren mit Alexander »Krasnyj Treugolnik« vereinbart, der sich sehr intensiv mit der Geschichte des Werkes beschäftigt. Vier Stunden lang führte er uns durch das Werksgelände – ein riesenhaftes Labyrinth aus roten Ziegelsteinen und verlassenen Produktionshallen. Was für eine Geschäftigkeit muss diese Räume erfüllt haben, als zahllose Menschen an endlosen Fließbändern hier ihr Tagwerk verrichteten. Natalia Tyrkowa und Galina Sokolowa waren in der Spielwarenabteilung des Werkes beschäftigt. Ihr ganzes Berufsleben verbrachten sie damit, Tiere und Spielfiguren aus Gummi zu gestalten.

Ausstellungseröffnung in Tettnang

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am 6. Mai 2018 unsere Ausstellung »ZOO MOCKBA – Aufbruch in die Moderne« in der Städtischen Galerie in Tettnang  eröffnet. In vier Räumen werden Fotografien historischer Spielzeugtiere gezeigt. Ein fünfter Raum ist den Biographien der sowjetischen Spielzeuggestalter vorbehalten. Eine Auswahl unserer originalen Objekte sind in Vitrinen zu sehen. Im Montfort-Museum, am anderen Ende der Altstadt, konnten wir zudem einen weiteren Raum mit Fotos und Objekten zu dieser Sonderausstellung gestalten. Wir danken sehr herzlich der engagierten Kulturmanagerin Natascha Bruns für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre umfassende Hilfe, wie auch Museumsdirektor Dr. Florian Schneider und allen, die mit ihrer Arbeit zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Den Gästen der feierlichen Eröffnung konnten wir einiges zur Entstehung der Ausstellung erzählen. Dabei richteten wir unseren herzlichen Dank an Daria Soboleva, die von Sankt Petersburg aus diese Ausstellung maßgeblich unterstützt.

Vorwärts zu neuen Ufern

Das Bodenseefestival hat sich als das größte Kulturereignis im Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz etabliert. Im Jahr 2018 steht das 30. Festival unter dem Motto: Russland – Vorwärts zu neuen Ufern. Unsere Ausstellung setzt dabei einen eigenen Akzent. Vom 6. Mai bis 10. Juni wird »ZOO MOCKBA« in der Städtischen Galerie im Schlosspark und im Montfortmuseum in Tettnang gezeigt. Mehr Informationen: bodenseefestival.de | Spectrum Kultur in Tettnang

»ZOO MOCKBA« im phanTECHNIKUM (9. Februar bis 14. Mai 2017)

In den wunderschönen Räumen des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern wird unsere Ausstellung »ZOO MOCKBA – Aufbruch in die Moderne« erstmals in Deutschland präsentiert. Neue Objekte, Fotos und Informationstafeln erweitern die Ausstellung ganz wesentlich. Allen, die zum Gelingen beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Mehr Informationen: phanTECHNIKUM

 

Presse, Funk und Fernsehen

Die historischen Spielzeugtiere der Sowjetunion werden erstmals in einer umfassenden Ausstellung gezeigt. Die mediale Resonanz zu dem Thema ist sehr erfreulich. Dabei konnten wir deutlich machen, dass »ZOO MOCKBA« nicht nur eine fröhliche, bunte Spielzeugschau ist, sondern vor allem eine Ausstellung zu Design und Alltagskultur, in deren Mittelpunkt die Biographien der sowjetischen Spielzeuggestalter stehen.

»Spielzeug aus Holz? Schwierige Kindheit!«

Mit vollem Haus und bester Stimmung wurde die Ausstellung »ZOO MOCKBA – Aufbruch in die Moderne« im Technischen Landesmuseum PhanTechnikum eröffnet. Bürgermeister Thomas Beyer blickte mit feierlichen Worten in die eigene Vergangenheit und auch viele Besucher schwelgten in glücklichen Erinnerungen. Eine Dame aus Russland konnte sich sogar an ein Sprichwort ihrer Jugend erinnern: »Spielzeug aus Holz? Schwierige Kindheit!«. Spielzeug aus Plastik galt in jener Zeit auch in der Sowjetunion als Inbegriff von Wohlstand, Modernität und sozialer Akzeptanz. Vieles hat sich seither geändert.

Ausstellungsaufbau in Wismar

Die alte Hansestadt an der Ostsee empfing uns mit großen Plakaten des »ZOO MOCKBA«. Im Technischen Landesmuseum machten wir uns an den Ausstellungsaufbau. Dabei hatten wir tatkräftige Unterstützung von Direktor Andrej Quade und dem technischen Mitarbeiter Michael Clewinghaus. An dieser Stellen noch einmal unser ganz herzliches Dankeschön!

Einzigartige Unikate

Die Ausstellung ZOO MOCKBA präsentiert eine umfangreiche Kollektion historischer Spielzeugtiere aus Zelluloid, Plastik und Gummi. Die ältesten Objekte stammen aus den 1940er Jahren. Viele Sammlungsstücke dokumentieren gleichermaßen den hohen gestalterischen Anspruch, der dem Kinderspielzeug beigemessen wurde, wie auch die künstlerische Ausdruckskraft ihrer Schöpfer. Adolf Neystat arbeitete am staatlichen Institut für Spielzeuggestaltung in Moskau. Er schuf ca. 650 Modelle für Spielfiguren, die verschiedenen Firmen im gesamten Gebiet der Sowjetunion zur Verfügung gestellt wurden. In Kooperation mit Pädagogen und Therapeuten konzipierte das Institut auch therapeutisches Spielzeug. Neben vielen Tieren entwarf Adolf Neystat große Figuren zu bekannten Märchen (Pinocchio, Das bucklige Pferdchen, Die Schneekönigin, Der Hirsch mit dem goldenen Geweih, Dr. Aybolit), die vor allem für Kindergärten und Schulen bei integrativen Rollenspielen zum Einsatz kamen. Einhundert originale Entwurfsmodelle aus den 1970er und 1980er Jahren – aus Gips geformt und handbemalt – machte uns Adolf Neuystat zum Geschenk. Diese einzigartigen Unikate verleihen der Sammlung eine ganz besondere Bedeutung. Voll funktionsfähig in all ihren beweglichen Teilen, offenbaren sie die gestalterische und handwerkliche Meisterschaft des Künstlers.