Stiller Start im Müritzeum

Das kulturelle Leben erwacht langsam aus der Corona-Eiszeit. Auch das Müritzeum in Waren (Müritz) steht endlich wieder den Besuchern offen. Mit mehr als einem Monat Verspätung konnten wir unsere Ausstellung »ZOO MOCKBA« aufbauen. An große Eröffnungsfeiern ist weiterhin nicht zu denken. Gemeinsam mit den Kollegen Andrea Nagel, Mathias Küster, Frank Seemann, Lars Sund und Karin Franz teilten wir jedoch die stille Freude, dass mit der neuen Sonderausstellung ein Stück Museumsalltag zurückgekehrt ist.

Sammlerführung in Dresden

Am Abend des 29. Januar waren wir zu einer Sammlerführung in das Stadtmuseum Dresden eingeladen. Gemeinsam mit Frau Rudolph führten wir interessierte Besucher ab 18 Uhr durch die Ausstellung. Die positive Resonanz: Tolle Objekte, großartige Sammlung, beeindruckende Künstlerbiografien und immer wieder Freude darüber, dass es in diesen Zeiten überhaupt eine solche Ausstellung gibt.

Dresden und Sankt Petersburg – gemeinsam feiern!

In ihrer Eröffnungsrede verwies Frau Dr. Erika Eschebach, die Direktorin des Stadtmuseums, auf die lange Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Sankt Petersburg. Daria Soboleva äußerte in ihrem Grußwort die Hoffnung, dass die Ausstellung das gegenseitige Interesse der Menschen und die Freundschaft zwischen Deutschen und Russen befördern möge. Im Gespräch mit verschiedenen Gästen wurde alsbald deutlich, dass diese Ausstellung tatsächlich mit großer Freude als kultureller Brückenschlag verstanden wird. Für uns war es eine stimmungsvolle Eröffnung, mit Musik, Getränken und guten Gesprächen. Wir danken Frau Dr. Eschebach, Andrea Rudolph und allen Mitarbeitern des Stadtmuseums Dresden, die all das möglich gemacht haben.

Daria Soboleva zu Gast in Dresden

Zur Eröffnung der Ausstellung war Daria Soboleva einer Einladung des Museums gefolgt. In Dresden hatte sie erstmals Gelegenheit, unsere Sammlung und Ausstellung direkt in Augenschein zu nehmen. Eine vergleichbare Ausstellung hat es bislang in Russland nicht gegeben. Für die Medienvertreter war Daria eine willkommene Gesprächspartnerin, da sie profunde Auskunft zum Thema geben konnte und dies auch noch in deutscher Sprache. Mit der Kuratorin Andrea Rudolph vom Stadtmuseum feierten wir drei Buchautoren am Abend im Rahmen der Eröffnung den gemeinsamen Erfolg.

»Konferenz der Plastiktiere«

Im Stadtmuseum Dresden werden unsere Spielzeugtiere der Sowjetunion auf 400 Quadratmetern sehr anschaulich präsentiert. In einem Rundgang werden die Gestalter Boris Worobjew, Lew Razumowski, Elena Podwolodskaja, Galina Sokolowa, Tamara Fjodorowa, Lew Smorgon, Libuse Niklowa, Ali-Kurt Baumgarten, Natalia Tyrkowa und Adolf Neystat vorgestellt. Auf der zentralen Spielfläche in der Mitte können sich die kleinen Besucher mit den aufblasbaren Tieren von Libuse Niklowa vergnügen. Weitere didaktische Stationen laden  Kinder und Erwachsene zum Mitmachen ein. Die Kuratorin Andrea Rudolph und der Gestalter Alexander Claus inszenierten einen strengen Raum, der unsere historischen Spielzeugtiere zum Leuchten bringt.

Konferenz der Plastiktiere im Stadtmuseum Dresden

Ab dem 30. November 2019 werden unsere Spielzeugtiere der Sowjetunion im Stadtmuseum Dresden präsentiert. Andrea Rudolph, die Kuratorin des Museums, hat das Thema weiter gefasst und auf eigene Weise interpretiert. So trägt die Sonderschau diesmal den Titel »Konferenz der Plastiktiere«. Wir sind sehr gespannt und freuen uns zudem auf ein Wiedersehen mit Daria Soboleva aus Sankt Petersburg, die bei der Eröffnung dabei sein wird. Pünktlich zur Ausstellung erscheint auch unser Buch »ZOO MOCKBA«, dass wir Dank der Unterstützung des Stadtmuseums realisieren konnten. Das Buch wird unsere Ausstellung bei allen weiteren Stationen begleiten. Mehr Informationen: Stadtmuseum Dresden

Ein Lebenswerk in Sankt Petersburg

Im Oktober 2019 hat das Staatliche Museum für urbane Skulptur dem Bildhauer, Maler und Spielzeuggestalter Lew Smorgon eine umfassende Werkschau gewidmet. Neben einer kleinen Auswahl von Spielzeugen werden vor allem Skulpturen aus Holz und Stein, Kleinplastiken aus Porzellan und Metall, Gemälde, Zeichnungen und Objekte aus Glas präsentiert. Die Petersburger Spielzeugsammlerin Waleria Morozova war bei der feierlichen Eröffnung zu Gast. Ihre Fotos geben einen Einblick in die Ausstellung.

Ein Wiedersehen mit Lew Smorgon

Gemeinsam mit Daria Soboleva traf ich im Jahr 2016 erstmals Lew Smorgon und Irina Lebedewa in seinem Atelier. Mit Eugen von Arb und meinen Töchtern Charlotte und Caroline hatte ich im Juli 2019 Gelegenheit, den alten Meister und Ira ein weiteres Mal in Sankt Petersburg zu treffen. Ich konnte berichten, welchen Weg unsere Ausstellung seither genommen hat, und welchen Zuspruch das Thema hierzulande findet. Mit Interesse schaute Lew Naumowitsch die aktuelle Objektliste an und gab Hinweise zu manchen Dingen. Anhand seiner eigenen Entwürfe sprach er über die Bedeutung der Bewegung von Puppen und Spielzeugtieren und er erleuterte einige seiner technologischen Neuerungen im Detail. Es war eine wunderbare Begegnung und ich freue mich auf ein Wiedersehen. (Fotos: Caroline Gubig)

Die unbekannte Schönheit

Über Elena Pawlowna Podvolotskaya wissen wir wenig. Geboren am 13. März 1932 hat sie später an der Wera Muchina Hochschule für Gestaltung in Leningrad im Bereich künstlerische Keramik- und Glasgestaltung ihren Abschluss gemacht. Sie war Mitglied im Verband Russischer Künstler in Sankt Petersburg. Und sie hat einige wunderbare Spielzeugtiere für Okthinsky (OHK) und das nachfolgende Plastpolymer Kombinat erschaffen. Lew Smorgon arbeitete mit der begabten jungen Frau in den 1960er Jahren zusammen. Sein gestalterischer Einfluss ist in ihren Entwürfen spürbar. Später verloren sich die beiden aus den Augen. Was blieb, ist ein kleines Porträt in Glas-Craquele, dass Lew Smorgon in jener Zeit von Elena Podwolotskaja fertigte.